Östrogen-Dominanz in der Perimenopause

Das Wissen über die Peri-Menopause hilft einerseits Symptom richtig zuzuordnen und andererseits schützt es vor falschen Therapie-Ansätzen. Erfahre was Östrogendominanz ist und warum die Ursache der ersten, frühen Menopause-Symptome meist zu viel Östrogen und zu wenig Progesteron geschuldet ist.

Was ist so besonders in der Peri-Menopause?

Zum einen ist es gut zu wissen, dass die Hormonelle Änderungen und Schwankungen nicht erst mit dem Aufhören der Monatsblutung beginnen, sondern schon deutliche vorher. Das Wissen darüber hilft Symptome besser ein- und zuzuordnen. Reizbarkeit, Stimmungsschwankung, Konzentrations- und Schlafprobleme können so in einem Symptom-Ursache (im Englischen als “Root-Cause” bezeichnet) Kontext gesehen werden.

Andererseits schützt das Wissen über die Hormon-Konstellationen in der Peri-Menopause vor falschen Therapie-Ansätzen. So sind zum Beispiel die meisten Nahrungsergänzungen und Heilmittel gegen Wechseljahres-Beschwerden für einen Östrogenmangel konzipiert. Was durchaus Sinn macht, wenn das Östrogen niedrig ist. Bei den meisten Frauen sinkt das Östrogen aber erst 1-2 Jahr vor der Menopause - der finalen Monatsblutung - ab und bleibt danach, in der Post-Menopause, dauerhaft niedrig.

Davor, in der Perimenopause, in der die Hormone wild schwanken, ist die Ursache von Beschwerden aber oft ein Östrogenüberschuss - auch Östrogen-Dominanz genannt. Das letzte was eine Frau in diese Phase braucht, neben vielen andere Dingen, ist noch mehr Östrogen oder gar konzentrierte Präparate mit östrogenähnlichen Effekten. Viele Wechseljahre-Präparate sind daher nicht für die Perimenopause geeignet.


Der hormonelle Zyklus der Eierstöcke

Östrogen Dominanz Perimenopause


Was passiert mit den Hormonen in der Perimenopause?

Die Grafik des “Hormonellen Zyklus der Eierstöcke” zeigt, wie sich Östrogen- und Progesteronspiegel von Frauen im Laufe der Jahre entwickeln. In Pubertät und Peri-Menopause ist der Progesteronspiegel deutlich niedriger. Mit Beginn der Perimenopause erreicht der Östrogen-Spiegel oft Höhen, die deutlich über denen der normalen reproduktiven Jahre (Prä-Menopause) liegen.

Auch die chaotischen Schwankungen der Hormone sind gut zu erkennen. Kein Wunder, dass einige Frauen dies in Form vielfältiger, heftig schwankender Symptome spüren! Die auf die Peri-Menopause folgende Menopause - die nach 12 Monaten ohne Periode in Folge in die Postmenopause übergeht - ist dann ein Zustand des Östrogenmangels. Das Östrogen sinkt und bleibt dauerhaft niedrig.

Nimmt man zu den bereits natürlich sehr hohen Östrogen-Level der Peri-Menopause nun noch ein (Phyto)östrogen-haltiges Wechseljahre-Präparat verschlimmert man die Symptome eher, anstatt sie zu verbessern.

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Die starken Schwankungen der Hormone in der Peri-Menopause sind übrigens auch ein Grund, warum ein Mittelchen gegen Wechseljahresbeschwerden für 2-3 Monate wirkt, danach dann auf einmal nicht mehr. Dafür hilft dann plötzlich ein anderes Präparat. Darum: Lerne die Signale Deines Körpers kennen und verstehen!

Das Hormonprofil der Perimenopause hat bei den meisten Frauen folgende drei Charakteristika:

  1. Hoher Östrogengehalt
  2. Schwankendes Östrogen
  3. Niedriger Progesteronspiegel

Diese Hormon-Konstellation führt unter anderem zu diesen weit drei verbreiteten Symptomen der Perimenopause:

  1. Starke Blutungen
  2. Angstzustände und Hitzewallungen
  3. Verstärkte PMS (Prämenstruelles Syndrom) und kürzere monatliche Zyklen

Lies hier mehr zu typischen Symptomen der Perimenopause und ihren Ursachen.

Referenzen

Perimenopause lost—reframing the end of menstruationProfessor Jerilynn C. Prior, Pages 323-335, Published online: 23 Jan 2007
Perimenopause: The Ovary's Frustrating Grand FinaleBC Endocrine Research Foundation, Volume 3, Number 3: Fall Equinox, 2001
Ovary CycleScience Direct

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