Östrogen-Dominanz in der Perimenopause

Viele der frühen Wechseljahres-Symptome haben ihre Ursache oft in zu viel Östrogen. Das nennt sich Östrogen-Dominanz. Gut zu wissen, denn zusätzliches Östrogen verschlimmert sonst die Probleme.

Östrogen-Dominanz in der Perimenopause

In der Perimenopause kommt es oft zur Östrogen-Dominanz

Es ist gut zu wissen, dass die hormonelle Änderungen der Wechseljahre nicht erst mit dem Aufhören der Monatsblutung beginnen, sondern schon deutlich vorher in der Perimenopause. Das Wissen darüber hilft uns, Symptome besser ein- und zuzuordnen. Reizbarkeit, Stimmungsschwankung, Konzentrations- und Schlafprobleme können so in einem Symptom-Ursache Kontext gesehen werden.

Das Wissen über die Hormon-Konstellationen in der Perimenopause schützt aber auch vor falschen Therapie-Ansätzen. So sind zum Beispiel viele Hilfsmittel gegen Wechseljahres-Beschwerden für einen Östrogenmangel konzipiert. Was durchaus Sinn macht, wenn das Östrogen niedrig ist. Bei den meisten Frauen sinkt das Östrogen aber erst circa 1-2 Jahr vor der Menopause - der finalen Monatsblutung - ab.

Davor, in der Perimenopause, in der die Hormone wild schwanken, ist die Ursache von Beschwerden aber oft ein Östrogenüberschuss - auch Östrogen-Dominanz genannt. Das letzte was eine Frau in dieser Phase braucht, ist noch mehr Östrogen oder gar konzentrierte Präparate mit östrogenähnlichen Effekten. Viele Wechseljahre-Präparate sind daher nicht für die Perimenopause geeignet.


Östrogen Dominanz? Sinkt in den Wechseljahren nicht das Östrogen?

Jetzt greifen wir mal tief in die Gerüchte-Kiste: “Du bist über vierzig? Dir geht’s nicht gut? Ja, ja – einfach zu wenig Östrogen!!”
Absoluter Quatsch. Humbug. Irrglaube. Nonsens. Schmarren. Blödsinn. Quark – ok, uns gehen die Synonyme aus. Jedenfalls: Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass die Ursache aller Symptome im zu geringen Östrogen liegt.

  • Ganz im Gegenteil: In der Peri-Menopause herrscht häufig kein Mangel an Östrogen. Oft ist das Östrogen im Verhältnis zum Progesteron zu hoch. Das nennt sich Östrogen-Dominanz.
    Studien zeigen, dass viele perimenopausale Frauen einen sehr hohen Östrogenspiegel haben. Teils sogar höher als der durchschnittliche mittlere Östrogenspiegel (Höhepunkt im Zyklus) bei 20- bis 35-Jährigen.
  • Die Erklärung: Die Eisprünge werden weniger. Das Hormon Inhibin, das normalerweise in der 2. Zyklushälfte die FSH Ausschüttung verhindert, macht seinen Job nicht mehr richtig. Dadurch wird weniger Progesteron produziert.
  • Die Folge: Obwohl in der zweiten Zyklushälfte keine Eizellen heranreifen sollten, werden sie trotzdem zum Wachsen stimuliert. Chaos in den Eierstöcken. Follikel in unterschiedlichen Reifestadien. Der Rhythmus aus FHS und Östrogen ist aus dem Gleichgewicht. Der Östrogen-Spiegel steigt, bzw. unterliegt unberechenbaren Schwankungen. In den Tropen würde man diese Zeit Hurrikan-Saison nennen.

Kein Wunder also, dass Dr. Jerilynn Prior, Endokrinologin aus Kanada, einem ihrer Bücher über die Peri-Menopause den sehr treffenden Titel „Estrogen's Storm Season“ – zu deutsch ungefähr „ Stürmische Östrogen Jahreszeit“ gegeben hat.

Dieses Hormon-Chaos ist übrigens ein Grund, warum Hormon-Tests besonders in der Peri-Menopause immer nur eine Momentaufnahme sind. Die Schwankungen führen dazu, dass sie nur begrenzt aussagekräftig sein können.

Der beste Indikator, der dir zeigt, dass dein Östrogen zu hoch und das Progesteron zu niedrig ist: dein Körper.


Was sind Anzeichen von Östrogen-Dominanz?

  • Unregelmäßige oder anderweitig anormale Periode: starke Blutungen, Abstände kürzer als 3 Wochen, kleinere Blutungen / Ausfluss alle 2 Wochen
  • Wassereinlagerungen, aufgeblähtes / geschwollenes Gefühl
  • Brustschwellungen und Empfindlichkeit der Brüste
  • Fibrozystische Brüste
  • Stärkere PMS Beschwerden
  • Kopfschmerzen oder Migräne (insbesondere prämenstruell - also kurz vor der Periode)
  • Stimmungsschwankungen (meist auch begleitet von Reizbarkeit, Depression)
  • Gewichtszunahme und/oder Fettzunahme besonders an Bauch und Hüften
  • Kalte Hände und Füße (auch ein Symptom einer Schilddrüsenfehlfunktion)
  • Schilddrüsen-Probleme
  • Trägheit des Stoffwechsels
  • Ermüdung, Energielosigkeit. Erschöpfung
  • Schlafstörungen, Schlaflosigkeit

In der späten Peri-Menopause und der Menopause verändert sich das dann. Eine Östrogen-Dominanz tritt seltener auf, denn das Östrogen (in Form von Estradiol) sinkt meist circa 2 Jahre vor Eintritt der Menopause - der finalen Blutung - deutlich ab.


Der hormonelle Zyklus der Eierstöcke

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Was passiert mit den Hormonen in der Perimenopause?

Die Grafik des “Hormonellen Zyklus der Eierstöcke” verdeutlicht, wie sich die Östrogen- und Progesteronspiegel von Frauen im Laufe der Jahre entwickeln. In Pubertät und Peri-Menopause ist der Progesteronspiegel deutlich niedriger. Mit Beginn der Perimenopause erreicht der Östrogen-Spiegel oft Höhen, die deutlich über denen der normalen reproduktiven Jahre (Prä-Menopause) liegen. Die Östrogen-Dominanz.

Auch die chaotischen Schwankungen der Hormone sind gut zu erkennen. Kein Wunder, dass einige Frauen dies in Form vielfältiger, heftig schwankender Symptome spüren! Die auf die Peri-Menopause folgende Menopause - die nach 12 Monaten ohne Periode in Folge in die Post-Menopause übergeht - ist dann ein Zustand des Östrogenmangels. Das Östrogen sinkt und bleibt dauerhaft niedrig.

Lösungen gegen Östrogen-Dominanz

Nimmt man bei Östrogen-Dominanz zusätzlich zu den bereits natürlich sehr hohen Östrogen-Level nun noch ein (Phyto)östrogen-haltiges Wechseljahre-Präparat, verschlimmert man die Symptome eher, anstatt sie zu verbessern.

Es sollte der Ausgleich von Östrogen-Dominanz im Vordergrund stehen und dabei helfen diese natürliche Lösungen bei Östrogen-Dominanz.

Referenzen

Perimenopause lost—reframing the end of menstruationProfessor Jerilynn C. Prior, Pages 323-335, Published online: 23 Jan 2007
Perimenopause: The Ovary's Frustrating Grand FinaleBC Endocrine Research Foundation, Volume 3, Number 3: Fall Equinox, 2001
Ovary CycleScience Direct

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Der beste erste Ansatz, um etwas gegen Östrogendominanz zu tun, ist die Ernährung und den Lebensstil anzupassen.