Die Wechseljahre

Das 1x1 der Wechseljahre. Alles Wissenswerte zu den Wechseljahren, übersichtlich in unserem Guide.  

1x1 der Wechseljahre

Um gut durch die Wechseljahre zu kommen, ist es wichtig, zu verstehen was im Körper passiert. Dies möchten wir dir in dem übersichtlichen 1x1 der Wechseljahre erklären. 

Was genau sind die Wechseljahre und welche Veränderungen bringen sie mit sich? Was passiert in unserem Körper während dieser Zeit? Und wie erkenne ich, dass ich den Wechseljahren bin?

Je mehr du weisst, desto besser bist du vorbereitet und desto mehr kannst du selber für dein Wohlbefinden tun.


Was sind die Wechseljahre

Wenn wir an die Wechseljahre denken, denken wir meist an die letzte Monatsblutung und erste Hitzewallungen. Von vielen Dingen denken wir nicht im Traum daran, dass auch das die Wechseljahre sind. Die Wechseljahre sind ein Zeitraum, der deutlich länger geht und der schon viele Jahre vor dem finalen Ausbleiben der Periode beginnt. Sprich, die Wechseljahre kommen nicht über Nacht. Genau wie die Pubertät sind sie ein allmählicher Prozess, der sich über viele Jahre – ja sogar Jahrzehnte hinzieht. 


Alles ist endlich – auch die Eizellen

So lange Eizellen da sind, haben Frauen einen Zyklus. Sind alle aufgebraucht, beginnt die Menopause. So einfach ist das. Doch Schritt für Schritt:

  • Jedes Mädchen ist bei seiner Geburt im Besitz von ca. 1.000.000 Eizellen.
  • Schon bei der ersten Menstruation hat es nur noch 500.000 – verschwenderische Kindheit: zwischen Geburt und Pubertät reduzieren sich die Eizellen um die Hälfte!
  • Frühe Peri-Menopause: noch ca. 50.000 - 25.000 Eizellen
  • Späte Peri-Menopause: noch ca. 10.000 Eizellen
  • Post-Menopause: Eizellen = 0

Die Wechseljahre sind also der Zeitraum, in dem unser Eizellenvorrat zur Neige geht. Und in dessen Folge sich die Sexual-Hormone der Frau langsam umstellen. Und diese Hormonumstellung startet mit der Peri-Menopause.

Übrigens: Dein Arzt kann einen Anti-Müller-Hormon Blut-Test durchführen. Der Wert ist ein Indikator für die noch vorhandenen Eizellen. Er sagt aber nichts über deren Qualität oder den Zeitraum bis zur Menopause aus.

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Der Beginn der Wechseljahre

Von einst einer Million Eizellen sind gerade noch circa 50.000 Eizellen da. Im Vergleich: Aus der Großstadt Köln wurde die mittelgroße Stadt Goslar – bildlich gesprochen. Klar, dass dieser Bevölkerungsschwund Auswirkungen hat. Wer braucht noch die ganze Infrastruktur einer Millionenstadt, wenn nur noch 50.000 da sind?

Und damit ist logisch, dass der zu Neige gehende Eizellenvorrat spürbare Auswirkungen auf das fein balancierte monatliche Gleichgewicht der Hormone hat. Durch die weniger werdenden monatlichen Follikel kommt es zu – mehr oder weniger stark spürbaren – ersten Symptomen.

Ändern sich hormonelle Muster, beginnt die sogenannte Peri-Menopause. Dieser Begriff ist vielen – auch im medizinischen Bereich – nicht geläufig. Peri kommt aus dem Griechischen. Und bedeutet „‚um – herum‘, ‚ringsum‘, ‚um‘, ‚gegen‘, ‚über – hinaus‘,“. Typischerweise beginnt die Peri-Menopause Anfang / Mitte vierzig und dauert vier bis sechs Jahre. Sie kann auch bereits in den späten Dreißigern beginnen und bis zu 15 Jahre dauern. Hier ein Überblick:

Die Menopause kommt nicht über Nacht. Oder – um im Köln/Goslar Bild zu bleiben – schwindende Einwohner verändern die Städte. Und damit auch die Infrastruktur. Wenn von einer Million Einwohner nur noch 50.000 übrig sind, verändern sich auch die Jobs und die Anzahl der Paketboten. Also die Hormone. Genau wie in der Pubertät ist das ein allmählicher Prozess. Über die Jahre ändert sich so langsam der ganze Hormon-Haushalt.

Wer die Periode genau dokumentiert – z.B. mittels einer Zyklus App oder eines Tagebuches – bemerkt das eher. Die Periode der Frau ist übrigens ein wichtiges Vitalzeichen!

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Die Phasen der Wechseljahre

Der Begriff Wechseljahre umfasst den gesamten Zeitraum der Hormon-Umstellung.

Man unterscheidet jedoch verschiedene Phasen der Wechseljahre. Es ist sinnvoll diese zu kennen und zu verstehen, was jeweils in ihnen passiert. Denn jede der Phasen ist mit anderen Symptomen verbunden. Und um ein besseres Gefühl für deinen Körper und deine Symptome zu entwicklen, ist es natürlich sehr wichtig zu wissen, in welcher Phase du überhaupt bist.

  1. FRÜHE PERI-MENOPAUSE 
  2. SPÄTE PERI-MENOPAUSE
  3. MENOPAUSE - Finale Periode
  4. POST-MENOPAUSE

Auf die Hormone in den Phasen gehen wir später ein, zuerst schauen wir auf den Zyklus:

FRÜHE PERI-MENOPAUSE

Beginnt mit Anfang bis Mitte 40 - kann aber schon mit Mitte - Ende 30 losgehen

  • Periode kommt noch regelmäßig. Jedoch über die Zeit:
  • verkürzt sich das Zyklus-Intervall um 1-2 Tage
  • verkürzt sich die Zykluslänge

SPÄTE PERI-MENOPAUSE

Beginnt mit Mitte - Ende 40

  • Periode kommt unregelmäßiger, bleibt ab und an aus:
  • Schwerere oder leichtere Perioden als normalerweise
  • Zyklus-Intervall verkürzt sich mehr

MENOPAUSE - Finale Periode

Durchschnittsalter sind 52 Jahre

  • Periode bleibt für 12 Monate in Folge aus
  • Aber Achtung: Eine Schwangerschaft ist jetzt teils immer noch möglich

POST-MENOPAUSE

Beginnt, nachdem 12 Monate in Folge keine Periode mehr auftrat und hält für den Rest des Lebens an

  • Keine Periode und kein Eisprung mehr
  • Eine Schwangerschaft ist jetzt unmöglich
  • Verhütung mit Ziel Prävention sexueller Krankheiten weiterhin nötig!

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Die Hormone in den Wechseljahren

In den Wechseljahren stellen sich die Hormone erneut um. Welches Hormon fehlt in den Wechseljahren? Was passiert mit Östrogen in den Wechseljahren? Und was mit Progesteron?

Der Körper justiert sich in den Wechseljahren neu. Es beginnt eine Art zweite Pubertät. Ach du Schreck. Wieder eine Baustelle. Wie war das denn noch einmal?

Ein kurzer Rückblick auf die Pubertät #1:

Pickel, Akne, großes Schlaf-Bedürfnis, man war launisch, roch auf einmal anders, dann die Periode – aber die ersten Jahre war sie oft super unregelmäßig (dafür hattest du womöglich regelmäßige Panik-Attacken und Schwangerschaftstest). Verlieben, Entlieben, Unsicherheit in Bezug auf den eigenen Körper. Oh je. Erinnerst du dich?

In den Wechseljahren erleben wir erneut Veränderungen. Oder eher ein erratisches Chaos...

Und nun wieder: Baustelle. Adieu monatliche Regelmäßigkeit. Die folgende Grafik zeigt das ganze Hormon-Chaos der Peri-Menopause:

Veränderungen in Hormon-Spiegel Mustern über 6 Monate // Changes in Hormone Level patterns over Six Months // Grafik basierend auf Daten von Dr. Nanette Santoro, adaptiert von Harvard Women’s Health Watch, 1999

Das wundert doch niemanden wirklich, dass man das spürt, oder? Was machen die Hormone im Detail in den Wechseljahren?


FRÜHE PERI-MENOPAUSE

  • Unregelmäßiger Östrogenspiegel (höhere Ausschläge)
  • Niedrigerer Progesteron-Spiegel
  • In Folge: Östrogen-Dominanz (zu viel Östrogen)
  • FSH variiert und LH steigt langsam an

SPÄTE PERI-MENOPAUSE und MENOPAUSE

  • Östrogenspiegel sinkt zunehmend, teils noch unregelmäßig und hoch
  • Progesteron nimmt weiter ab, da Eisprung immer öfter ausbleibt
  • FSH und LH steigen an


POST-MENOPAUSE

  • Östrogenspiegel ist dauerhaft niedrig
  • Progesteron ist dauerhaft niedrig
  • FSH und LH dauerhaft erhöht
  • Nur noch leichte Hormon-Schwankungen

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Die Dauer der Wechseljahre

Wie lang dauern nun die Wechseljahre? Die Frage ist schwer zu beantworten - ist die Antwort doch für jede Frau so anders. und es hängt auch immer davon ab, was man denn nun als "Wechseljahre" definiert: Die 4-10 Jahre, die die Peri-Menopause dauern kann. Die 12 Monate ohne Periode, die dann mit der Menopause enden. Die ersten 1-2 Jahre der Post-Menopause in der sich die Hormone noch einpendeln. Oder man betrachtet den Zeitraum, in dem Frauen Symptome verspüren. Und die können, auch das wieder ganz individuell von Frau zu Frau - ja weit in das Alter von 10 Jahren reichen.

Also - es ist schwer die Dauer exakt festzulegen. Im Schnitt kann die Dauer der Wechseljahre von 10 bis 20 Jahre reichen.

Die Symptome der Wechseljahre

Die Symptome variieren abhängig davon, welches Hormon gerade zu hoch oder zu niedrig ist und was sonst noch im Körper und vor allem im Leben vor sich geht. Hinzu kommt, dass es von Frau zu Frau ganz unterschiedlich ist. Gene, Lifestyle (vor allem Ernährung, Gewicht, Rauchen) oder anderes – genau weiß man es (noch) nicht.

Mit Beginn der Peri-Menopause wirst du verstärkt neue Reaktionen deines Körpers spüren. Einige lassen sich den Hormonschwankungen der Peri-Menopause zuschreiben – Stichwort vor allem: Östrogen-Dominanz. Im Verlauf der verschiedenen Phasen der Wechseljahre kommen neue Symptome hinzu, andere verschwinden dafür.

Ungefähr 2 Jahre nach der letzten Menstruationsblutung - der Menopause - stabilisieren sich die Hormonwerte. Oder anders gesagt: Die hormonelle Hurrikane-Saison ist vorbei. Es herrscht mildes, gleichmäßiges Klima. Östrogen sowie auch Progesteron sind auf dauerhaft niedrigem Niveau. FSH und LH sind konsequenterweise dauerhaft erhöht. Das neu eingespielte Hormon-Level ist nun ohne nennenswerte Schwankungen. Alles in Butter – könnte man meinen.

Aber ganz so ist es dann auch nicht. Symptome ändern sich. Oft sind die Ursachen von Beschwerden in der Post-Menopause nun dem dauerhaft niedrigen Hormonlevel von Östrogen und Progesteron geschuldet. Für die Peri-Menopause typische Symptome sind verschwunden.

Wieder andere Symptome, die wir ab unserer Lebensmitte erleben, sind schlicht altersbedingt. Beispielsweise durch sich ändernde Prozesse im Stoffwechsel:

“Es kann schwierig sein, die hormonell bedingten Symptome der Peri-Menopause von den generellen Veränderungen des Alters oder veränderten Lebensumständen zu unterscheiden — Kinder ziehen aus, Beziehungen verändern sich, die Karriere verändert sich, Eltern werden krank oder versterben. Im breiten Spektrum dieser Zeit der Peri-Menopause ist es unwahrscheinlich, dass Symptome allein auf hormonelle Veränderungen zurückzuführen sind.” (aus dem Englischen)

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Test für die Wechseljahre 

Wie erkenne ich, dass ich in den Wechseljahren bin? Es gibt leider in der Peri-Menopause, in der ja die Hormone stark schwanken, keine wirklich 100% zuverlässige Test-Methode. Hormontests in der Perimenopause sind nur bedingt aussagekräftig. Ein Hormon-Test während der Perimenopause ist nur eine Momentaufnahme, schon kurze Zeit später kann das Hormon-Niveau wieder ganz anders aussehen.

In der Post-Menopause sind Hormontests dann oft eindeutig, da die Hormone dann dauerhaft niedrig sind. Dann ist einem aber meist auch schon klar, dass man in den Wechseljahren ist. Die Periode ist schon mehr als 12 Monate nicht mehr aufgetaucht. Hormontests werden jetzt vor allem dann durchgeführt, wenn externe Hormone im Rahmen einer Hormontherapie vom Arzt verschrieben werden.

Die folgenden vier Mittel helfen dir, zu verstehen, ob du in der Peri-Menopause bist:

  1. Periode akribisch dokumentieren: Solange du noch deine Periode hast - also noch in der Peri-Menopause bist - solltest du deinen monatlichen Zyklus dokumentieren. Du erkennst so schneller, wenn sich dein Zyklus verkürzt oder unregelmäßiger wird. Wusstest du schon, dass der weibliche Zyklus auch als 5. Vitalzeichen bezeichnet wird?  Sogar ein sehr wichtigstes Vitalzeichen – neben den anderen 4: Körpertemperatur, Blutdruck, Puls und Atmungsfrequenz. Denn der Körper ist eigentlich ganz gut darin, dir klare Signale zu senden - wir haben es oft nur nicht gelernt, auf ihn zu hören. 
  2. Symptome dokumentieren: Es ist hilfreich, deine Symptome in einem Wechseljahre Tagebuch zu dokumentieren. Durch das Dokumentieren - mittels App (Mimeno) oder Aufschreiben - entwickelst du zum einen ein besseres Gefühl für deinen eigenen Körper. Und zum anderen kannst du besser nachvollziehen, welchen Einfluss deine Ernährung, einzelne Lebensmittel oder Getränke, Stress oder Schlaf auf deine Symptome haben. So bist du auch hervorragend, für ein Gespräch mit deinem Arzt gerüstet - für den Fall, dass deine Symptome dich so stark beeinflussen, dass du ärztliche Hilfe benötigst.
  3. XbyX® Check: Der XbyX® Check stellt dir einige Fragen und liefert dir anhand deiner Antworten einen Indikator dafür, in welcher Phase der Wechseljahre du wahrscheinlich bist.
  4. Anti-Müller Hormon-Test: Eine gewisse Indikation kann ein Anti-Müller Hormon-Test liefern. Ein Bluttest, der Aufschluss über den noch vorhandenen Eizellen Vorrat gibt.

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Evidenzbasiert: Unsere Quellen

Unsere Informationen basieren auf Studien und Wissenschaft. Und falls du selbst mal genauer nachlesen willst, sind hier unsere relevantesten Quellen.

Clinical manifestations and diagnosis of menopauseUpToDate
Executive summary of the Stages of Reproductive Aging Workshop + 10: addressing the unfinished agenda of staging reproductive agingMenopause. Author manuscript; available in PMC 2013 Apr 1.
Endocrine features of menstrual cycles in middle and late reproductive age and the menopausal transition classified according to the Staging of Reproductive Aging Workshop (STRAW) staging system.J Clin Endocrinol Metab. 2007 Aug;92(8):3060-7. Epub 2007 Jun 5.
A new model of reproductive aging: the decline in ovarian non-growing follicle number from birth to menopauseHuman Reproduction, Volume 23, Issue 3, March 2008, Pages 699–708
Perimenopause: The Complex Endocrinology of the Menopausal TransitionEndocrine Reviews, Volume 19, Issue 4, 1 August 1998, Pages 397–428
Accelerated disappearance of ovarian follicles in mid-life: implications for forecasting menopause.Hum Reprod. 1992 Nov;7(10):1342-6.
Perimenopause: From Research to PracticeJ Womens Health (Larchmt). 2016 Apr 1; 25(4): 332–339.
MenopauseNature Reviews Disease Primers volume 1, Article number: 15004 (2015)
Perimenopause: The Ovary’s Frustrating Grand FinaleCemcor - Centre for Menstrual Cycle and Ovulation Research
Data Registry on Experiences of Aging, Menopause, and Sexuality (DREAMS): A cohort profileMaturitas 107 · October 2017 
A Practitioner ’ s Toolkit for Managing the MenopauseClimacteric, Volume 17, 2014 - Issue 5
Change in follicle-stimulating hormone and estradiol across the menopausal transition: effect of age at the final menstrual period.J Clin Endocrinol Metab. 2011 Mar;96(3):746-54. doi: 10.1210/jc.2010-1746. Epub 2010 Dec 15.

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