Depression und Angstzustände

Müdigkeit und Energiemangel bis hin zu unerklärbarer Traurigkeit und diffusen Ängsten. Die Hormonänderungen der Wechseljahre können zu depressiven Gedanken und Ängsten führen.

Depression und Angstzustände wechseljahre

Das Problem mit Depression und Ängsten in den Wechseljahren

Zu den emotionalen Begleiterscheinungen von Perimenopause und Menopause gehören nicht nur Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit sowie die Symptome rund um Konzentration und Gehirnnebel. Auch Depressionen und Angstzustände kommen in dieser Lebensphase öfter vor. Zahlen legen nahe, dass Frauen in der Perimenopause mit drei- bis viermal höherer Wahrscheinlichkeit Anzeichen von Depressionen zeigen, als Frauen in der normalen reproduktiven Zeit.

Was sind typische Symptome?

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Müdigkeit und Energiemangel, ein mangelndes Interesse an zuvor geliebten Aktivitäten. Oft auch Gefühle der Wertlosigkeit, Hoffnungslosigkeit oder Hilflosigkeit.

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Grundlose Traurigkeit, Weinen, verstärkte Angstgefühle bis hin zu tiefer Verzweiflung.

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Verlangsamte kognitive Funktion sowie Unachtsamkeit. Zudem Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit.

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Wann beginnen Depressionen und Ängste?

Ängste und depressive Gefühle beschränken sich meist auf die Übergangsphase der Hormonumstellung. Also ab der frühen oder späten Perimenopause bis in die Menopause hinein.

Studien zufolge berichten Frauen mit einer stärkeren Häufigkeit von Hitzewallungen über mehr depressive Symptome. Weiterhin auch Frauen, die:

  • nicht entbunden haben
  • die zuvor in ihrem Leben Antidepressiva eingenommen haben

Mit der Postmenopause und dem dann gleichbleibend niedrigen Östrogen und Progesteron-Werten, hat sich das Gehirn an die neue Situation angepasst. Symptome wie Ängste und Depressionen gehören dann meist wieder der Vergangenheit an.

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Sind Probleme wie Depression und diffuse Angst häufig?

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Frauen haben eine um 70% höhere Wahrscheinlichkeit im Laufe ihres Lebens eine Depression zu erleiden. In der Perimenopause ist die Anfälligkeit und das Risiko für depressive Symptome erhöht. Selbst bei Frauen ohne die Vorgeschichte einer depressiven Störung.

Ärzte verschreiben Frauen 2-3 mal häufiger Antidepressiva als Männern.

„Die auffällig häufige Verordnung von Psychopharmaka für Frauen hängt wahrscheinlich auch damit zusammen, dass Frauen eher bereit sind, über ihre psychischen Belastungen zu sprechen als Männer und in diesen Fällen Rat in der ärztlichen Praxis suchen.“

Gerd Glaeske, Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen

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Was passiert im Körper?

Auch hier gibt es natürlich wieder eine wichtige Verbindung mit dem Sexualhormon Östrogen. Östrogen erhöht die Konzentration von Neurotransmittern, die für Wohlfühl-Chemikalien wie zum Beispiel Serotonin und Dopamin verantwortlich sind. Diese haben einen beruhigenden Effekt auf unser Gehirn.

Aber auch das zweite wichtige Sexualhormon Progesteron ist eng mit unserem mentalen Wohlbefinden verbunden. Es verhindert beispielsweise Panik- und Angst-Attacken. Es ist daher also fast eine logische Konsequenz, dass in dem Moment, wo die Hormonlevel in den Wechseljahren sinken, wir auch empfindlicher gegenüber Angstzuständen und Depressionen werden.

Werden diese Symptome nun noch mit einem Übermaß an ständigem Stress und einer schlechten Schlafqualität kombiniert, beeinträchtigt das Motivation und Lebensqualität zusätzlich. So ist oft zu beobachten, dass die Ängste am frühen Morgen schlimmer sind - man sogar voller Sorge wach wird.

Der Grund liegt im Zusammenspiel von Östrogen mit dem Stresshormon Cortisol. Zur Erinnerung, Cortisol ist das wichtigste Stresshormon des Körpers, das für unsere "Kampf- oder Flucht"-Reaktion verantwortlich ist. Und der Cortisolspiegel ist morgens immer am höchsten - kann somit Angstzustände am frühen Morgen begünstigen.

Das kannst du bei Depressionen und Angstzuständen tun

Prävention und Linderung

Lifestyle

Zum Glück muss man nicht jahrelang ausharren und abwarten, bis das alles vorbei ist. Für die Überbrückung der Hormon-Umstellungsphase kann man viel tun, um sich besser zu fühlen. Die richtige Ernährung, mit der entsprechenden Dichte an wichtigen Nährstoffen und Vitalstoffen, steht an erster Stelle. Niedrige Werte an Vitamin D, der Aminosäure Tryptophan und deren Vorstufe 5-HTP, können die schlechte Stimmung begünstigen. Denn das D3 unterstützt mit der Aminosäure 5-HTP die Bildung von Serotonin. Das als Glückshormon bekannte Serotonin ist ein chemischer Botenstoff, von dem angenommen wird, dass er die Stimmung stabilisiert. Die folgenden Lebensmittel und Nährstoffe können helfen, die Serotonin Werte zu erhöhen.

Serotonin Booster:

  • Dunkle Bitterschokolade: Jede Frau braucht ab und an ein Stück Schokolade. Sie sollte mindestens einen Kakaoanteil von 70% haben, je höher desto besser. Bereits ein kleines Stück jeden Tag kann dabei helfen, die Stimmung aus zu balancieren.
  • Vitamin D: Besonders in den Sonnenarmen Wintermonaten, oder wenn die Sonne wenig scheint, ist die Stimmung meist auf dem Tiefpunkt und Depressionen treten häufiger auf. Der Grund ist oft ein Mangel an dem Vitamin D, das einen wichtigen Einfluss auf die Stimmung hat. Fettreiche Fische wie Lachs, Hering und Sardinen enthalten Vitamin D darüber hinaus sollte mit einem Nahrungsergänzungsmittel für eine ausreichende Vitamin D zu versorgt werden. Idealerweise vorher den Vitamin D Status testen lassen, damit die benötigte Menge ganz gezielt ergänzt werden kann.
  • Vitamin C reiches Obst und Gemüse. Denn Vitamin C hilft, besser mit Stress umzugehen. Viel Vitamin C findet sich in Blaubeeren, Brokkoli, Grapefruit, Kiwi, Orangen, Paprika, Kartoffeln, Erdbeeren und Tomaten.  Aber auch unser geliebtes ist vollgestopft mit wichtigen Nährstoffen wie Magnesium.
  • Magnesium: Dunkelgrünes Blattgemüse wie Grünkohl oder Spinat, Bohnen und Hülsenfrüchte wie Sojabohnen Kichererbsen, schwarze Bohnen aber auch Linsen, sind reich an Magnesium. Magnesium unterstützt Ruhe und Gelassenheit.
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  • Omega 3: In verschiedenen Studien wurde eine Wechselwirkung zwischen niedrigen Omega 3 Werten und depressiven Verstimmungen gefunden.  Lebensmittel die reich an Omega-3 sind sind beispielsweise Leinsamen und Walnüsse sowie fette Seefische wie Lachs, Sardinen, Heringe, Anchovies, Makrelen und Thunfisch. Wer nicht oft oder gar keinen Fisch ist, für den empfiehlt sich eine Nahrungsergänzung mit einem veganen Omega 3 Präparat aus Algen-Öl.
  • Morgens ist das Stresslevel am höchsten: Starte mit einem Glücklich in Gelb Smoothie in den Tag, der deinem Serotoninspiegel einen Extra-Kick gibt.

Daneben zeigen Probiotika und Phytoöstrogene Lebensmittel gute Wirkung.

Sport, Schlaf & Stop Smoking + Alkohol!

  • Sport & Schlaf: Auch Sport, und ausreichender, erholsamer Schlaf, wirken sich positiv auf die Glückshormone aus. Bewegung schüttet Endorphine aus, die wie natürliche Antidepressiva wirken. Ein strammer Spaziergang ist bereits sehr effektiv. Draußen in der Natur zu sein, der Spaziergang im Wald oder im Park, ist generell der beste natürliche Stimmungsaufheller.
  • Mit dem Rauchen aufhören: Untersuchungen deuten darauf hin, dass Frauen in den Wechseljahren, die rauchen, ein höheres Risiko haben, Depressionen zu entwickeln, als Nichtraucherinnen.
  • Alkohol meiden: Alkohol verstärkt Ängste - also Finger weg!
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Alternativen & Produkte

  • Kognitive Verhaltenstherapie: Dabei handelt es sich um eine spezielle Form von Psychotherapie, die den Patienten hilft, ihr Gehirn neu zu trainieren, um negative Gedanken zu stoppen. Die kognitive Verhaltenstherapie, durchgeführt von einem spezialisierten Therapeuten, kann bei Depressionen unterstützen, kann aber auch bei Schlafstörungen helfen und zeigt erfolgreiche Resultate bei der Reduktion von Hitzewallungen. 
  • Therapie / Gesprächstherapie: Das Online Programm Selfapy bietet Begleitung bei psychischen Belastungen an und wird von vielen Krankenkassen bezuschusst.
  • Reden: Wie auch bei Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit, ist es durchaus hilfreich, mit Freunden und Familie offen über mentale und emotionale Probleme zu sprechen. Diese gelten leider immer noch oft als Stigma oder werden belächelt. Sie sind jedoch überhaupt kein Grund sich zu schämen, sondern lediglich Begleiterscheinungen der chemischen Veränderungsprozesse im Körper!
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Medizinisch

  • Wer Angstzustände und depressive Gefühle mit Lebensstiländerungen nicht in den Griff bekommt, wendet sich bitte vertrauensvoll an seine Ärztin und bespricht mit ihr weitergehende Lösungen wie beispielsweise die Gabe von Progesteron oder Medikamente gegen Ängste und Depressionen.
  • Checkliste Frauen-Check Up ab 40: Knackige Übersicht über diverser Vorsorge-Untersuchungen und Blutwerte für die Frau ab 40.
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